{"id":120,"date":"2015-06-23T14:12:34","date_gmt":"2015-06-23T12:12:34","guid":{"rendered":"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/?p=120"},"modified":"2023-03-17T02:19:48","modified_gmt":"2023-03-17T00:19:48","slug":"im-dirty-lets-party","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/?p=120","title":{"rendered":"I&#8217;m dirty, let&#8217;s party!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Dreckig, laut, dynamisch? Woran denken Sie, wenn Sie \u201eWarschauer Stra\u00dfe\u201c h\u00f6ren? Geschm\u00e4cker sind verschieden, Meinungen auch. Der eine sieht in der Partymeile zwischen Oberbaumbr\u00fccke und der Revaler Stra\u00dfe das quirrlige Leben, der andere ist erleichtert, wenn er nach einem anstrengenden Arbeitstag sein Portemonnaie noch in der Tasche hat. <\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/1.jpg\" alt=\"1\" class=\"wp-image-123\" width=\"480\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/1.jpg 960w, https:\/\/sarah-pietschmann.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/1-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><figcaption><em>Viele Passanten bringen die Warschauer Stra\u00dfe mit Dreck, Verkehr und bepflasterten Posterw\u00e4nden in Verbindung.<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Kaum verl\u00e4sst man einen der sch\u00f6nsten U-Hochbahnh\u00f6fe Berlins, muss man aufpassen, nicht von den str\u00f6menden Menschenmassen mitgerissen zu werden. \u201eDie Warschauer Stra\u00dfe ist die pulsierendste Stra\u00dfe in ganz Berlin!\u201c, erz\u00e4hlt die Verk\u00e4uferin von Karl\u2018s Erdbeerhof, die ihren Stand im \u00dcbergangsbereich von S- zu U-Bahn aufgebaut hat. Sie freut sich \u00fcber die tausenden Passanten, die Tag f\u00fcr Tag an ihrem Stand vorbeilaufen und sich vom verf\u00fchrerischen Duft ihrer frischen Erdbeeren anlocken lassen. Schr\u00e4g gegen\u00fcber macht der launische B\u00e4cker ganz andere Erfahrungen und flucht \u00fcber zu viel Alkohol, Drogen und Taschendiebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Je weiter man sich auf der Br\u00fccke in Richtung S-Bahnhof bewegt, desto mehr Anwohner trifft man. Doch nicht jeder hat ein ruhiges, wohl beh\u00fctetes Zuhause, das er nach einem langen Tag aufsucht, um die Beine hochzulegen. \u201eDie Warschauer Stra\u00dfe ist so abgefuckt.\u201c, h\u00f6rt man vorbeilaufende Passanten sagen. \u201eDreckig und laut, mit vielen Besoffenen.\u201c Auf dem Weg zur S-Bahn begegnet man vielen Obdachlosen, die unter einer mit Plakaten bepflasterten Abdeckung ohrenbet\u00e4ubend laute Musik h\u00f6ren und um Geld \u201eFor Weed and Beer\u201c betteln. Man nimmt einen stark einbrennenden Marihuana-Geruch wahr, der durch den Gestank von Alkohol und Urin \u00fcberdeckt wird.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/3.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/3.jpg\" alt=\"3\" class=\"wp-image-122\" width=\"462\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/3.jpg 616w, https:\/\/sarah-pietschmann.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/3-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 462px) 100vw, 462px\" \/><\/a><figcaption>Die Schere zwischen Arm und Reich tritt in der Warschauer Stra\u00dfe besonders hervor.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Folgt man den Anwohnern in Richtung Revaler Stra\u00dfe, entdeckt man auf der rechten Seite einen nostalgischen, \u00fcber die Zeit runtergekommenen, jedoch immer noch beliebten Fotoautomaten. Zerst\u00f6rt wird das Bild von den danebensitzenden Drogen-Dealern, die ihre Zeit mit lauten Unterhaltungen zu laufender Musik verstreichen lassen. Vor dem \u00dcberqueren der Stra\u00dfe trifft man abermals eine Gruppe volltrunkener Punks, die sich selbst als \u201eproud\u201c bezeichnen. Auf der anderen Seite scheint der \u00fcbliche Stra\u00dfendreck kaum sichtbar. Das erste, was einem ins Auge f\u00e4llt, ist eine riesengro\u00dfe Spielhalle, bei der unter 21-j\u00e4hrigen der Zutritt verweigert wird. Mit ihren bunten Scheiben zieht sie die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich, so auch die eines unbekannten Stammgastes. \u201eWas mir als erstes einf\u00e4llt, wenn ich an die Warschauer Stra\u00dfe denke?\u201c, lacht er abwertend, \u201edreckige Nigger.\u201c Sein Blick streift die auf der anderen Stra\u00dfenseite sitzenden Dealer.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/2-e1435063711468.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/2-e1435063711468.jpg\" alt=\"Ein beliebter Fotoautomat in der Warschauer Stra\u00dfe\" class=\"wp-image-121\" width=\"300\" height=\"169\"\/><\/a><figcaption>Der Fotoautomat in der Warschauer Stra\u00dfe ist ein beliebter Aufenthaltsort f\u00fcr die Touristen Berlins.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Schaut man vom Fotoautomaten nach rechts, sieht man das RAW Gel\u00e4nde, das bekannt f\u00fcr die neue Einrichtung \u201eder Haubentaucher\u201c ist. Auf ihm befindet sich auch der 8.800 Quadratmeter umfassende RAW-Tempel. So ziemlich alle Clubs und Bars, die man aus dieser&nbsp; Region kennt, befinden sich auf diesem Areal. Jugendliche verbringen dort ihre Freizeit, treffen sich mit Freunden und trinken bis sp\u00e4t in die Nacht, auch unter der Woche. Der Bereich des RAW Gel\u00e4ndes birgt jedoch auch seine Gefahren. Erst vor einigen Wochen wurde die bekannte S\u00e4ngerin Jennifer Weist, die mit einem Freund unterwegs war, brutal \u00fcberfallen. Ihr Kumpel kam mit einer lebensgef\u00e4hrlichen Schnittverletzung am Hals ins Krankenhaus. \u201eEs fehlten nur ein paar Millimeter und er w\u00e4re direkt auf der Stra\u00dfe in meinen Armen gestorben\u201c, berichtete sie bei Facebook und forderte so ihre Fans dazu auf, Acht zu geben. Am n\u00e4chsten Tag ist von diesem Ereignis kaum noch die Rede, denn kommt man morgens am S-Bahnhof der Warschauer Stra\u00dfe an, so h\u00f6rt man schon laute Musik aus dem Suicide Circus ert\u00f6nen. Kaum angekommen begegnet man den ersten Partyg\u00e4sten der letzten Nacht oder besser gesagt des derzeitigen Morgens und wird laut angesprochen. So kommen sie singend rausgest\u00fcrmt, zu einem zugerannt und schreien: \u201eWe will, we will\u2026\u201c laufen weiter zu einem M\u00e4dchen und lassen sie das weltbekannte Lied zu Ende singen: \u201eROCK YOU\u201c. Jubelnd geht es dann weiter zur Bahn und vermutlich nach Hause.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der ansonsten sehr lauten Umgebung, h\u00f6rt man in der Ferne den Gitarre spielenden Stra\u00dfenmusiker Raoul Paweczik. Ohne sich von den negativen Eindr\u00fccken der Warschauer Stra\u00dfe beeinflussen zu lassen, covert er bekannte Lieder, die Alt und Jung f\u00fcr einen Moment aus der Hektik rei\u00dfen und sie zum Stehenbleiben und Zuh\u00f6ren auffordern. Man vergisst in diesem Augenblick den Dreck, die eigentliche Umgebung, die am Stra\u00dfenrand sitzenden Obdachlosen und den L\u00e4rm, der einen hier tagt\u00e4glich begleitet. Doch nicht nur die Stra\u00dfenmusik kann f\u00fcr Ablenkung sorgen, sondern auch die Spree mit ihren Caf\u00e9s und die zahlreichen Clubs wie der Suicide Circus oder das Matrix, in denen man auch mal ganz ausgelassen tanzen kann.<br>Mit ihrer Vielfalt und ihren Eigenarten ist die Warschauer Stra\u00dfe eben doch einer der Hotspots Berlins.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>in Zusammenarbeit mit Cindy Marczuk<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dreckig, laut, dynamisch? Woran denken Sie, wenn Sie \u201eWarschauer Stra\u00dfe\u201c h\u00f6ren? Geschm\u00e4cker sind verschieden, Meinungen auch. Der eine sieht in der Partymeile zwischen Oberbaumbr\u00fccke und der Revaler Stra\u00dfe das quirrlige Leben, der andere ist erleichtert, wenn er nach einem anstrengenden Arbeitstag sein Portemonnaie noch in der Tasche hat.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[228],"tags":[89,106,5,104,93,92,90,109,94,95,107,112,55,99,88,110,111,102,105,101,100,103,96,91,86,98,97,108,85,87],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/120"}],"collection":[{"href":"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=120"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/120\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1868,"href":"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/120\/revisions\/1868"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=120"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=120"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sarah-pietschmann.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=120"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}